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23.02.2015 21:12 Uhr in Wissenschaft und Forschung
Unternehmensmeldung

Abbrüche in Erziehungshilfen durch gezielte Handlungen um bis zu 30 Prozent senken

Abbrüche in Erziehungshilfen durch gezielte Handlungen um bis zu 30 Prozent senken Fachkräfte in der Jugendhilfe können mit systemdynamischen Spielen lernen den Erfolg einer Erziehungshilfe zu steigern.

Strategien für erfolgreiche Erziehungshilfen spielerisch erlernen

Die Abbruchquoten in der Jugendhilfe können um ein Drittel gesenkt werden - mit wissenschaftlich identifizierten Methoden und Vorgehensweisen, die Fach- und Führungskräfte spielerisch erproben können. Die systemdynamischen Planspiele vom e/l/s-Institut ermöglichen es, verschiedene Strategien bei der Steuerung von Erziehungshilfen oder bei der Gestaltung von Organisationsabläufen zu simulieren und somit die besten Methoden für das eigene professionelle Handeln herauszufinden.

Hilfen zur Erziehung verbessern die Lebenssituation der jungen Menschen und geben ihnen eine gerechte Chance zur Teilhabe in der Gesellschaft. Dennoch werden rund 40 Prozent dieser Hilfen vorzeitig abgebrochen, ohne dass die Hilfeziele erreicht wurden. Diese (zumeist) gescheiterten Hilfeverläufe wurden zwischen 2010 und 2014 durch das e/l/s-Institut im Auftrag des Ev. Erziehungsverbandes EREV in der größten bundesweiten Studie ABiE untersucht.

Die Ursachen für Hilfeabbrüche sind vielfältig. Der ABiE-Studie ist es gelungen, rund 60 Prozent der Einflüsse auf das Abbruchrisiko zu identifizieren. Fachkräfte in der Erziehungshilfe können mit diesen Erkenntnissen sowohl das Risiko für den Hilfeabbruch bei einzelnen Klienten einschätzen als auch Handlungsprogramme identifizieren, die den Hilfeverlauf positiv beeinflussen.

Dazu hat das e/l/s-Institut Systemmodelle entwickelt, mit denen die Wirkfaktoren nachgestellt werden können und es möglich ist, Handlungsstrategien zu erproben, mit denen der Erfolg einer Hilfe steigen kann. Zwei neue systemdynamische Spiele ermöglichen es den Fachkräften einen kritischen Blick auf ihre Organisation zu werfen, die Organisationsabläufe zu simulieren, die Einflussvariablen zu verändern, neue Sichtweisen zu gewinnen und neue Wege zu erfolgreichen Hilfen zu erproben.

Je nach Schwerpunkten der täglichen Arbeit können die Fach- und Führungskräfte in der Jugendhilfe zwischen zwei Spielen wählen. Mit dem Fallspiel WiHi können die Fachleute einerseits verschiedene Methoden bei der Steuerung von einzelnen Erziehungshilfen ausprobieren. Strategien bei der Gestaltung der Organisation und Konzepte können wiederum mit dem Strategiespiel ORSE simuliert werden.

Strategiespiel ORSE – Organisationsabläufe strategisch verbessern

Das systemdynamische Planspiel ORSE „Organisatorische Rahmenbedingungen für stationäre Erziehungshilfen“ bietet Fachleuten in der Jugendhilfe eine Möglichkeit, Szenarien in den Organisationsabläufen zu entwickeln, mit denen Einflüsse auf die Wirksamkeit stationärer Erziehungshilfen getestet werden können.

Die ABiE-Studie und andere wissenschaftliche Untersuchungen zeigen: Die Stabilität und die Wirksamkeit der Erziehungshilfen hängen zu einem Drittel von den Rahmenbedingungen der Einrichtungen ab. Dazu gehören beispielsweise die Mitarbeiterbindung an die Einrichtung, eine transparente und zielorientierte Leitung sowie die Kultur der Beteiligung. Durch Verbesserungen dieser Faktoren mittels Organisationsentwicklung und Personalentwicklung kann die Ergebnisqualität der Hilfen – je nach Ausgangsbedingungen – um bis zu 30 Prozent verbessert werden. Welche Strategien bei welchen Organisationsformen und Unternehmenskulturen am besten wirken, kann im Spiel simuliert und dadurch trainiert werden.

Fallspiel WiHi – Hilfesteuerung mit Wirkfaktoren

Mit dem systemdynamischen Fallspiel WiHi („Wirksame Hilfen in stationären Einrichtungen“) können Fachleute Szenarien in der Hilfesteuerung zu simulieren und den Einfluss von Handlungen auf die Wirkungen und die Abbruchquoten zu testen. Unterschiedliche Hilfeverläufe können spielerisch geplant, gesteuert und in ihren Auswirkungen beobachtet werden.

Rund ein Drittel der abgebrochenen Hilfen wird in Studien (ABiE, WIMES) durch unterschiedliche pädagogische Vorgehensweise und Haltungen der Fachkräfte erklärt. Das heißt, dass durch effiziente Methoden und Konzentration auf die starken Wirkfaktoren die Ergebnisse um bis zu 30 Prozent verbessert werden können. Erfolgreich verlaufende Hilfen stärken auch die Fachkräfte in der Jugendhilfe: Die Teams werden entlastet, die Zufriedenheit und erlebte Selbstwirksamkeit der Erzieher beugt dem Burn-out vor.

Professionelles erfolgreiches Handeln im Heim

Mit systemdynamischen Planspielen können die Jugendhilfe-Experten ihre Organisationsabläufe und ihr methodisches Vorgehen spielerisch simulieren und dadurch Stärken und Schwächen erkennen und strategisch verbessern. Sie lernen mit ihren Ressourcen effizient umzugehen, die Stabilität der Erziehungshilfen zu steigern, die Zufriedenheit der Klienten und Mitarbeiter zu erhöhen, ihren Arbeitsaufwand durch Konzentration auf starke Wirkfaktoren zu reduzieren.
Erfolgreiche Erziehungshilfen vermeiden Folgehilfen und steigern die Zukunftschancen der jungen Menschen enorm. Die Kosten der Jugendhilfe werden nachhaltig und dauerhaft gesenkt.

Solide Datengrundlage

Die Planspiele wurden auf der Basis der jahrelangen eigenen Forschungsarbeiten entwickelt, darunter die WIMES-Evaluationsdatenbank (seit 2006), Praxisforschungsprojekte, Aktenanalysen sowie die bundesweite ABiE-Studie – wissenschaftliche Untersuchung zu erfolgreichen Erziehungshilfen vs. Abbrüchen (von 2010 bis 2014). Mit erhobenen Daten ist es gelungen, die stärksten Erfolgsparameter und Wirkfaktoren, die zum Gelingen von Erziehungshilfen führen, zu identifizieren.


Über das e/l/s-Institut:
Das e/l/s-Institut ist Anbieter von Dienstleistungen und Produkten zur Unterstützung des Qualitätsmanagements in der Sozialen Arbeit. Die Schwerpunkte liegen in Methoden und Instrumenten zur Entwicklung und Sicherung der Qualität sozialer Dienstleistungen, insbesondere bei Hilfen zur Erziehung.