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19.10.2012 16:52 Uhr in Gesundheit und Medizin
Unternehmensmeldung

Bakterien: Wenn Antibiotika wirkungslos sind

Bakterien: Wenn Antibiotika wirkungslos sind Das Ratgeberportal www.ellviva.de informiert über Antibiotika-Resistenz

Immer mehr Menschen leiden an Antibiotika-Resistenz

Antibiotika werden von Ärzten gerne verschrieben, wenn es um die Bekämpfung einer Infektion durch Bakterien Erkältung, Blasenentzündung oder Fieber geht. Eine Analyse des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI) enthüllt jetzt, dass Antibiotika in Deutschland in den jeweiligen Bundesländern unterschiedlich häufig und vor allem zu oft verschrieben werden. Die Gesundheits-Redakteure des Ratgeber-Portals in neuem Fenster öffnenwww.ellviva.de erklären, was Antibiotika sind und warum sie auch Resistenzen entwickeln können:

Die Gesundheits-Redakteure des Ratgeber-Portals in neuem Fenster öffnenwww.ellviva.de erklären, was Antibiotika sind und warum sie auch Resistenzen entwickeln können:

Unter Antibiotika versteht man eine Wirkstoffgruppe, die der Bekämpfung von Infektionen dient. Diese werden durch Kleinstlebewesen wie Bakterien verursacht. Gegen Viren sind Antibiotika grundsätzlich wirkungslos. Im Wort Antibiotikum stecken die altgriechischen Begriffe βίος (das Leben) und ἀντί (gegen). Wörtlich übersetzt heißt Antibiotikum also „Bekämpfung des Lebens“. Antibiotika entfalten ihre Wirkung, indem sie die Fortpflanzung der Bakterien unterbinden oder deren Stoffwechselvorgänge behindern. Gegen Pilze kommen spezielle Antibiotika, sogenannte Antimykotika, zum Einsatz. Darin steckt das altgriechische Wort μύκης (der Pilz).

Warum können Antibiotika ihre Wirkung verlieren
Bakterienstämme können Resistenzen bilden. Dieses Risiko besteht, wenn Bakterien durch ein Antibiotikum weder vollständig abgetötet noch an ihrem Wachstum gehindert worden sind. Es können dann Bakterienstämme entstehen, die gegen ein bestimmtes Antibiotikum resistent sind. Gegen diese Bakterien sind die betroffenen Antibiotika wirkungslos. Ist ein Bakterium beziehungsweise ein Bakterienstamm gegen mehrere Antibiotika resistent, sprechen Mediziner und Pharmazeuten von einer Multiresistenz. Professor Dr. Mathias Pletz, Leiter der Klinischen Infektiologie am Universitätsklinikum Jena erklärt dazu: „Die bakterielle Resistenzentwicklung läuft schneller als wir alle glauben.“ Diese Entwicklung geht häufig schneller vonstatten, als Pharmazeuten neue Wirkstoffe entwickeln können.

Ist das post-antibiotische Zeitalter angebrochen?
Beschleunigt wird die Entwicklung dadurch, dass Antibiotika zu häufig und in einigen Fällen grundlos verschrieben werden. Professor Dr. Michael Kresken von der Paul-Ehrlich-Gesellschaft e. V. kritisiert dieses Verschreibungs-Verhalten: „Zwischen 40 und 60 Prozent der Antibiotika-Rezepte in Deutschland sind Fehlverordnungen.“ Das kann schwerwiegende Folgen haben, weiß der Wissenschaftler Mathias Pletz: „Durch ihren unsachgemäßen Einsatz verlieren unsere wirksamsten Waffen ihre Schlagkraft.“ Der Mediziner glaubt sogar, dass das „post-antibiotische Zeitalter“ schon angefangen habe.

Studie belegt regionale Unterschiede
Der Eindruck der Experten wird durch eine aktuelle Studie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung bestätigt. Im Jahr 2010 erhielten etwa 22 Millionen Patienten in Deutschland ein Antibiotikum verschrieben. Das ist rund ein Drittel aller gesetzlich Versicherten! Es zeigte sich in der Untersuchung des ZI noch eine weitere Auffälligkeit: Die Ärzte in den fünf neuen Bundesländern verschreiben seltener ein Antibiotikum als ihre Kollegen im Westen. Im Saarland bekamen während des untersuchten Zeitraums 37 Prozent aller Saarländer Antibiotika-Rezepte verschrieben. In Brandenburg erhielt jeder Vierte ein solches Rezept. Wie diese regionalen Unterschiedene zustande kommen, wissen die Forscher aber noch nicht. Auch Kinder bekommen zu häufig Antibiotika. Diese und weitere Inhalte zum Thema Gesundheit gibt es auf ellviva unter in neuem Fenster öffnenhttp://www.ellviva.de/Gesundheit im gleichnamigen Themen-Kanal.

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