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14.02.2012 17:06 Uhr in Kultur und Gesellschaft
Vereinsmeldung

Einzigartige Sonderausstellung und Lesungsreihe in Berlin zeigt Schicksale von berühmten Schriftstellern, die in Nazideutschland verfemt wurden

Gemeinsam mit Jürgen Serke, Autor der Literatursammlung Die verbrannten Bücher, der
Schauspielerin und Kabarettistin Katherina Lange sowie dem Ausstellungsdesigner Jan Frontzek
eröffnete Lea Rosh, Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V., heute die Sonderausstellung „Von den Nazis verfemte Schriftsteller: verdrängt, vertrieben,
ermordet“ im Ausstellungspavillon gegenüber des Holocaust-Denkmals in Berlin-Mitte
(Cora-Berliner-Straße 2, 10117 Berlin).

Die Ausstellung erinnert an die Werke jener Schriftsteller, die durch die öffentliche
Bücherverbrennung im Mai 1933, geplant von dem Nationalsozialistischen Deutschen
Studentenbund (NSDStB), in Vergessenheit geraten sollten. Es werden Schriftsteller porträtiert, die aus rassischen, politischen oder ästhetischen Gründen im NS Staat verfemt wurden. Anhand von ausgewählten Fotos und Dokumenten werden die Schicksale ausgewählter Autoren wie z.B. Alexander Moritz Frey, Heinrich Mann, Armin T. Wegner, Kurt Tucholsky und Alfred Döblin
dargestellt. „Die Informationstafeln zur Biographie, zur Verfolgung und Flucht oder Ermordung der Schriftsteller werden zusätzlich als Hörstationen präsentiert. Dadurch erhalten die Besucher
einen besseren Zugang zur Thematik“, erklärt Jan Frontzek, Designer der Ausstellung.

„Es geht darum, gerade auch an die vollkommen vergessenen Autoren zu erinnern, an die, für die das Feuer von 1933 wirklich das Ende ihrer Karriere bedeutete, die am Anfang ihres Lebens und Schreibens standen und deren Werke tatsächlich ausgelöscht wurden, aus den Annalen der Literatur. Es geht auch darum“, sagt Volker Weidermann, Kurator der Sonderausstellung und Autor des Werkes Das Buch der verbrannten Bücher, „diese Lebensgeschichten noch einmal zu erzählen, dieses abgerissene Leben nachvollziehbar zu machen. Das alles ist ja noch nicht so unendlich lange her. Diese Lebensgeschichten, die ich bei der Arbeit an der Ausstellung erfuhr, haben mich immer wieder neu erschüttert, obwohl ich vorher dachte, schon alles darüber zu
wissen. Es geht immer wieder auch darum, Erinnerung nicht zu einem öden Ritual verkommen zu lassen oder gar zu einem Wegerinnern, sondern neue Formen zu suchen und zu finden. Hier in Berlin haben wir in diesen Räumen, mit dem Blick auf das Stelenfeld, einen überwältigenden Ort für eine solche Ausstellung gefunden.“

Begleitet wird die Sonderausstellung von einer monatlichen Lesung, in der prominente
Persönlichkeiten wie Iris Berben, Daniel Kehlmann und Herta Müller aus den Werken dieser Autoren lesen. Den Auftakt für diese Veranstaltungsreihe macht die Schauspielerin und
Kabarettistin Katherina Lange. Sie spielt am 16. Februar 2012 um 19:00 Uhr Szenen aus dem Werk „Das kunstseidene Mädchen“ von Irmgard Keun. 
Irmgard Keun war eine moderne, junge Autorin der späten zwanziger und frühen dreißiger Jahre in Deutschland und zählte auch zu den mutigsten. Noch aus dem Exil schrieb sie an die deutsche Naziregierung und forderte einen finanziellen Ausgleich für die verbrannten Bücher und den Boykott ihrer Werke. Nach dem Krieg lebte sie vergessen und entmutigt lange Jahre in Köln, bis sich am Ende ihres Lebens noch einmal später Ruhm einstellte. Zu den bekannten Werken von Irmgard Keun zählen u.a. „Das kunstseidene Mädchen“ und „Gigi – eine von uns“.

„Wir freuen uns sehr, prominente Persönlichkeiten, die aus den Werken der verfemten
Schriftsteller lesen, für unsere begleitende Lesungsreihe gewonnen zu haben. Durch die
monatlichen Veranstaltungen können wir einen weiteren Zugang zu den Besuchern und Gästen schaffen, mit ihnen kommunizieren, gemeinsam diskutieren und somit die Erinnerung an jene Schriftsteller und deren Werke wach halten“, erklärt Lea Rosh, Vorsitzende vom Förderkreis Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V..

Der Eintritt zur ganzjährigen Sonderausstellung „Von den Nazis verfemte Schriftsteller:
verdrängt, vertrieben, ermordet“ ist kostenlos, Spenden sind jedoch sehr erwünscht. Für die
monatliche Lesungsreihe mit prominenter Besetzung beträgt der Eintrittspreis 10,00 Euro.



Über den Förderkreis „Denkmal für die ermordeten Juden Europas e.V.“
Der Verein hat sich seit seiner Gründung im Jahr 1989 für die Errichtung eines Denkmals für die jüdischen Opfer des Holocaust im Zentrum Berlins stark gemacht. Im Jahr 2005 wurde das Denkmal nahe dem Brandenburger Tor nach vielen Jahren bürgerschaftlichen Engagements und intensiver Debatten eröffnet. Das „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ ist heute die zentrale Holocaust-Gedenkstätte Deutschlands, ein Ort der Erinnerung und des Gedenkens an die sechs Millionen jüdischer Opfer. Das Denkmal wird von einer Bundesstiftung getragen und besteht aus dem von Peter Eisenman und Richard Serra entworfenen Stelenfeld sowie dem
unterirdischen „Ort der Information“. Mit der Eröffnung des Denkmals ist die Arbeit des
Förderkreises nicht beendet. Seine Aufgaben sind die Erhöhung der Akzeptanz des Denkmals in der deutschen Bevölkerung und die Sammlung von Geldern für die Ausstattung des „Raums der Namen“ im „Ort der Information“. Hierfür organisiert der Förderkreis Lesungen, Vorträge,
Diskussionen, Konzerte und regelmäßige Führungen durch den „Ort der Information“. Über 100 Mitglieder engagieren sich für die Ziele des Förderkreises. Vorstandsvorsitzende ist die
Publizistin Lea Rosh.

Weitere Informationen sowie honorarfreies Bildmaterial finden Sie unter:
www.holocaust-denkmal-berlin.de


Kontakt
Ansprechpartner: Katharina Haase (Presse-und Öffentlichkeitsarbeit)
Anschrift: Publiplikator GmbH
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