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16.09.2017 20:42 Uhr in Vereine und Verbände
Vereinsmeldung

Feierabendbier statt After Work Party

Feierabendbier statt After Work Party Feierabendbier statt After Work Party

Die Werbung der Berliner Schultheiss-Brauerei gewinnt im Zehnten Wettbewerb Werbewerke der Regionalgruppe 56 im VDS den Ersten Preis

Seit 2008 schreibt die Regionalgruppe 56 im Verein Deutsche Sprache unter ihrem Regionalleiter Prof. Dr. Heinz-Günther Borck den von Anfang an von Sparkasse Koblenz und Lottostiftung Rheinland-Pfalz unterstützten Wettbewerb Werbewerke für „Werbung, die wirklich wirbt und nicht verwirrt“ aus. Geistreiche, pfiffige Verwendung der deutschen Sprache in der Werbung wird prämiert, und wer durch sale statt Schlussverkauf, Kaffee to go statt zum Mitnehmen, Coming soon statt Neueröffnung oder Award statt Preis den Kunden nervt, dem droht ein „Sprachrüffel“. Bei der Preisverleihung in der Sparkasse Koblenz, die musikalisch vom Sayner Liedermacher Manfred Pohlmann umrahmt wurde, erhält die Berliner Schultheiss-Brauerei den Ersten Preis für ihre Feierabendbierwerbung, mit der sie gegen die After Work Party Stellung bezieht.

Koblenz, den 16.9.2017
Im gut gefüllten Konferenzraum der Sparkasse Koblenz, die wie bei den vergangenen neun Wettbewerben als Gastgeber, diesmal vertreten durch Vorstandsmitglied Joseph Lehrer, auftrat, konnte Regionalleiter Prof. Dr. Heinz-Günther Borck die Ergebnisse des diesjährigen Wettbewerbs verkünden. Einleitend gab er einen musikalisch von Manfred Pohlmann umrahmten Überblick über die bisherigen Wettbewerbe. Leitgedanke war von Anfang an, dass nicht nur der deutsch-englische Sprachmatsch, der heutzutage die Werbung beherrscht – und auf den nach Umfragen bis zu 80% aller Befragten allergisch reagieren oder ihn überhaupt nicht verstehen – getadelt, sondern vernünftige Werbung, „die wirbt und nicht verwirrt“, durch gute Beispiele angeregt werden sollte.
2017 wurden ein Sonderpreis und drei Hauptpreise sowie ein Sprachrüffel vergeben. Letzteren erhielt die Drogeriekette Douglas für ihre grammatisch schiefe , von Sylvia Hoheisel eingesandte Werbefrage „Do you speak beauty“, der eine Fülle überflüssiger Anglizismen (eyebrows statt Augenbrauen, dewy skin statt taufrische Haut usw.usw.) folgte. Für die Einsendung der Gardena-Heckenscherenwerbung „Tapferes Schneiderlein“, die das Grimmsche Märchen anklingen lässt, wurde Anna Hausmann mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Hannelore Kraus bekam für den Werbespruch ihrer Firma golfcultour „Wir bringen auch ihr Herz zum Rasen“, in dem sich „rasende“ Begeisterung mit dem grünen Rasen des Golfplatzes mischt, einen Dritten Preis. Die beiden Plakate von EDEKA über frisches Obst (Unsere Sommerreifen, was im ersten Augenblick auf Automobile hindeutet) und das Ausbildungsplatzangebot „Gähnende Lehre“ ( Anklang an gähnende Leere = Chaos und Raum ohne Ordnung, aber mit dem Zusatz „Hier nicht“ den geordnet vorgezeichneten Berufsweg aufzeigend) hat Hannelore Renz eingesandt und dafür den Zweiten Preis erhalten. Aus Schleswig-Holstein stammt die Einsendung von Wolfgang Brocks. Ihm war die Werbung der Berliner Schultheiss-Brauerei aufgefallen, die sich gegen die After Work Party mit ihrem „Feierabendbier“ wendet. Feierabend meint seit über einem halben Jahrtausend den Abschluss des Arbeitstages und wird hier zusätzlich ergänzt um einen regionaltypischen Treffpunkt, die „Kiezkneipe“ - diese Wortwahl, die Tradition mit Werbung für das eigene Produkt verbindet und zugleich eher ironisch dem Denglisch den Kampf ansagt, war dem Preisgericht den Ersten Preis wert.

Über den Verein Deutsche Sprache
Der 1997 von dem Dortmunder Mathematiker und Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Walter Krämer gegründete Verein hat über 36.000 Mitglieder in mehr als 100 Ländern.
Ziel des Vereins ist die Förderung und Weiterentwicklung der deutschen Sprache und die Abwehr irritierender und verdrängender Anglizismen („Denglisch“).
Zur Verwirklichung dieser Ziele, die sich in Übereinstimmung mit den Artikeln 21 und 22 der Charta der Grundrechte der europäischen Union befinden (2007/C 303/01 – Verbot sprachlicher Diskriminierung, Schutz der Sprachen und Kulturen Europas), arbeitet der Verein mit dem EFM Europäischen Forum für Mehrsprachigkeit und dem Europäischen Bürgernetzwerk zusammen.