Fünf tibetische Mönche des Klosters Zilkar in der Präfektur Yulshul festgenommen
IGFM München
Hunderte von schwer bewaffneten chinesischen Sicherheitskräften überfielen am Wochenende ein tibetisches Kloster in der Provinz Qinghai und verschleppten vier Mönche, auf die sie es bereits abgesehen hatten.
Einen fünften Mönch nahmen sie fest, weil er den Überfall filmen wollte.„Am 1. September fuhren plötzlich chinesische Polizei und Mitglieder des Public Security Bureau in Dutzenden von Fahrzeugen vor dem Kloster Nyitso Zilkar in der Gemeinde Dzatoe im Bezirk Tridu der TAP Yulshul (chin. Yushu) vor“, verlautet aus einer dortigen Quelle.
„Zuvor hatten chinesische Beamte des Bezirks Tridu die Verwalter des Klosters Zilkar benachrichtigt, daß einige Offizielle zu Besuch kommen würden, um die staatlich gebauten Häuser für die durch das Erdbeben obdachlos Gewordenen zu inspizieren“, heißt es aus Quellen aus Tibet.
„Kurz danach wurde die Stromversorgung des Klosters gekappt und alle Kommunikationsmittel gesperrt“.
Das voll bewaffnete Sicherheitspersonal in Kampfausrüstung umstellte das Kloster. „Sie kamen, um vier Mönche festzunehmen, deren Namen und andere Details ihnen bereits bekannt waren“.
Die chinesischen Polizeikräfte, die die Razzia vornahmen, waren so zahlreich, daß sie „das ganze Kloster füllten“, und die dort lebenden 500 Mönche zahlenmäßig zu übertreffen schienen. Die Festgenommenen sind: Lobsang Jinpa, 30, Tsultrim Kalsang, 25, Ngawang Monlam, 30, und Sonam Yignyen, 44.
Einen fünften Mönch, Sonam Sherab, 45, erwischten sie, als er die Polizeioperation filmen wollte, und nahmen ihn sogleich in Gewahrsam. Die Polizisten konfiszierten Computer und DVDs aus den Zimmern der Mönche. Sie schlugen auch andere Mönche, die sie anflehten, ihre Kameraden zu verschonen, und richteten ihre Gewehrläufe auf sie.
„Ortsansässige vermuten, daß drei der Mönche verhaftet wurden, weil sie ausländische Medien mit Informationen über die Selbstverbrennungsproteste vom Juni beliefert haben. Und den vierten nahmen sie vermutlich mit, weil er Bilder des Dalai Lama besaß“.
Tausende von Tibetern in der Gegend von Tridu hatten am 8. Februar einen friedlichen Protestmarsch veranstaltet, bei dem sie große Spruchbänder mit sich trugen, auf denen die Rückkehr des Dalai Lama aus dem Exil und Achtung für das Leben der Tibeter gefordert wurde. Etwa 400 Mönche des Klosters Zilkar führten den Protestmarsch zu der Stadt Dzatoe an (1).
Und im Juni wurden über 800 chinesische Sicherheitskräfte in und um das Kloster Zilkar und in der Stadt Datoe eingesetzt, um die ortsansässigen Tibeter daran zu hindern, Tenzin Khedrup und Ngawang Norphel, die sich am 20. Juni selbst verbrannt hatten, die letzte Ehre zu erweisen. Doch die Mönche nahmen dennoch zu Hunderten an den Bestattungsriten teil.
Menschenrechtsgruppen äußerten sich wiederholt besorgt über die steigende Zahl von Festnahmen in Tibet und die 51 Selbstverbrennungen aus Protest gegen die chinesische Herrschaft.
„Wir machen uns große Sorgen um das Wohl von Hunderten von Tibetern, von denen wir wissen, daß sie auf Protestaktionen hin inhaftiert worden sind, oftmals an Orten, die ihren Familien unbekannt sind, und ohne die gesetzlich verbürgten Rechte. Die Gefahr, daß sie gefoltert werde, ist sehr groß“, sagte die Direktorin von „Free Tibet", Stephanie Brigden.
(1) Kurzer Videostreifen des Protestmarsches:
http://www.youtube.com/watch?v=EMJAUndnJTc&feature=youtu.beQuelle: Radio Free Asia,
www.rfa.org
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Tibet, China, Kloster Zilkar, Yushu, Mönche, Dzatoe, Tridu, Polizeikräfte, Razzia, Dalai Lama, Selbstverbrennung
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