Das amerikanische Handelssystem kommt auch in Deutschland gut an
Der Direktverkauf von Waren direkt vom Händler an den Kunden (im amerikanischen Wirtschaftsraum als Dropshipping bezeichnet) ist ein probates Mittel um für beide Seiten günstige Geschäfte zu sichern. Der Verzicht auf eine ganze Reihe von Zwischenhändlern, Ladengeschäfte und entsprechende Lagerhaltung macht sich besonders im Preis für den Endkunden bemerkbar. Deutliche Preisvorteile auf der Kundenseite sprechen ebenso für dieses Handelskonzept wie spürbare Kostensenkung für den Händler.
Besonders im Internet ist das Dropshipping zu Hause. Zahlreiche Online-Shops bieten Produkte, die ohne viele Umwege direkt vom Hersteller zum Kunden gelangen. Dazwischen steht lediglich der Online-Händler, der die vom Endkunden georderte Ware direkt vom Hersteller oder Großhändler an den Besteller versenden lässt. Voraussetzung im Dropshipping-Handel ist jedoch die Vorkasse-Zahlung. Damit bestreitet der Händler seine Kosten beim Großhändler oder Hersteller und entnimmt daraus auch seinen Gewinn. Das bedeutet, dass der Online-Händler seinen Lieferauftrag an den Versender erst ausgibt, wenn der Endpreis vom Besteller bezahlt wurde.
Für den Kunden ist der Prozess im Hintergrund des Dropshipping quasi unsichtbar. Großhändler oder Hersteller versenden die georderte Ware meist in neutralen Verpackungen und treten so selbst kaum bis gar nicht in Erscheinung. Das hat auch für die Versender deutliche Vorteile. Sie sparen sich den Aufwand der Eigenvermarktung und geben das Marketing praktisch in die Hände der Online-Händler, die ohnehin bemüht sein werden, möglichst viele Produkte zu verkaufen. Auch die Preisgestaltung bleibt in wesentlichen Zügen dem Online-Händler überlassen. Er selbst bestimmt seine Gewinnmarge und wird diese gerade bei viel gehandelten Produkten in einem für den Kunden interessanten Umfang halten.
Werden alle Vorteile des Dropshipping aufgerechnet bleibt für alle Beteiligten an dieser Handelsform ein Gewinn übrig. Die Hersteller und Großhändler ersparen sich die teure Vermarktung und können sich so mehr auf Produktqualität und Versand konzentrieren. Der Online-Händler spart Kosten und Aufwand für die Lagerhaltung und tritt dem Kunden gegenüber als Partner auf. Dabei muss er sich lediglich um die Vermarktung seines Angebotes, nicht aber um Produktion und Versand kümmern. Für den Kunden bedeutet diese Vorteilskette im besten Fall sehr günstige Endpreise und nach Abschluss der Vorkasseleistung eine meist recht kurze Wartezeit von der Bestellung bis zum Erhalt der Ware. Damit bleiben die Vorteile des Dropshipping bei allen Beteiligten zu gleichen Maßen verteilt.
Natürlich hat diese Handelsform auch einige, aber meist unwesentliche Nachteile. Diese liegen vor allem in der doch recht oberflächlichen Produktpräsentation begründet. Der potentielle Kunde kann sich meist nur über Abbildungen und Beschreibungen sein Bild von den Eigenschaften des Produktes machen. Deshalb kommt es hier auf professionelle Arbeit der Online-Händler an. Je hochwertiger ein Produkt umschrieben werden kann, desto höher sind die Chancen auf einen vernünftigen Umsatz. Andererseits erfordert das Dropshipping vom Kunden ein gutes Maß an Vertrauen dem Online-Händler gegenüber. Immerhin werden die Zahlungen hier oft per Vorkasse geleistet. Deshalb ist bei hochwertigen Gütern das Dropshipping nicht immer die beste Verkaufsform. Der Händler hingegen ist darauf angewiesen, dass Hersteller oder Großhändler nach dem Auftragseingang schnell und vor allem die richtige Ware versenden. Kommt es hier zu Verzögerungen oder Falschauslieferungen, dann schadet dies vor allem der Reputation des Online-Händlers.
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