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16.08.2012 15:10 Uhr in IT und Software
Unternehmensmeldung

In der Königsklasse angekommen!

In der Königsklasse angekommen! Jochen Renz

MaxxDB Entwickler Jochen Renz startet Karriere bei keytech

Jochen Renz beschäftigt sich seit 1993 mit der Datenverwaltung in der Konstruktion. Er gilt als „Vater der MaxxDB“ und verfügt über einen Erfahrungsschatz, wie kaum ein anderer in der Branche. In seiner Laufbahn hat er zahlreiche PDM/PLM Einführungen begleitet. Seit August 2012 stellt er sein Wissen den Kunden und Mitarbeitern von keytech zur Verfügung. In diesem aktuellen Interview nimmt Jochen Renz eine Einschätzung zu den Entwicklungen in der Branche und der Bedeutung für den Mittelstand vor.

Wie lange beschäftigen Sie sich schon mit dem Thema Datenverwaltung in der Konstruktion und was sind Ihre Schwerpunkte?

„Im Grunde seit 1993, als ich aus der Softwareentwicklung für E-CAD zur CAD-Abteilung MDD von Hewlett-Packard gekommen bin. Ich hatte dort bereits Berührung mit PDM durch Produkte wie HPDMS und WorkManager für die Verwaltung von ME10- und SolidDesigner-Daten. Als 1998 der SolidWorks-Reseller Solidpro gegründet wurde, war ich mit Begeisterung dabei, da sich für SolidWorks ein riesiges Potential abzeichnete. Was allerdings fehlte, war ein PDM-System für SolidWorks mit einer geringen Einstiegsschwelle. Es gab wohl schon diverse Drittanbieter und den Vorläufer von keytech/PLM, ProfiDB, aber die Hürde für den Einstieg war relativ hoch, da sie sehr komplex in der Bedienung waren. Wir bei Solidpro waren uns dagegen einig, dass das Betreiben einer 3D-Konstruktion ohne Datenverwaltung schlichtweg Selbstmord ist und dass eine einfache Lösung für den Anwender her muss – und so entwickelte ich die MaxxDB in den ersten vier Jahren im Alleingang!“


Welche Entwicklungen und Etappen ließen sich in diesen Jahrzehnten aus Ihrer Sicht beobachten?

„Während in der Anfangszeit für 2D-Systeme wie ME10 vielleicht noch filebasierende Verwaltungen vertretbar waren, ist dies mit dem Aufkommen der 3D-Systeme völlig unmöglich geworden. Eine datenbankgestützte Verwaltung ist aufgrund der Komplexität der Varianten unumgänglich für eine effektiv geführte Konstruktion. Im Wesentlichen ließen sich zwei Trends ausmachen: entweder sehr einfache Zeichnungsverwaltungen oder PDM-Systeme, die den wachsenden Anforderungen nicht gerecht wurden oder aber sehr komplexe PLM Lösungen, die für den Mittelstand über das Ziel hinaus schossen. Heute haben viele Unternehmen heterogene CAD-Landschaften. Das dazu passende Verwaltungssystem für Konstruktionsdaten sollte diese Vielfalt ebenso beherrschen, wie die Anbindung an das vorhandene ERP und die entsprechenden Dokumentationen.“


Wo hört für Sie ZV auf und wo beginnt PLM bzw. PDM und was davon benötigt der Mittelstand wirklich?

„Diese Grenze lässt sich so einfach gar nicht ziehen. Im Grunde gehört Zeichnungsverwaltung und PDM zusammen und meint die reine Verwaltung von CAD-Daten. PLM im Sinne von „Product Lifecycle Management“ umfasst tatsächlich die gesamte Bandbreite von der ersten Idee bis zur Produktion und Wiedereinstellung eines Produktes. Die Daten auf so einem Lebensweg können vielfältig und umfassend sein. Der Mittelstand kommt heute aufgrund von Themen wie Produkthaftungsgesetz, Maschinenrichtlinien, ISO-Normen und zunehmendem Wettbewerbsdruck nicht mehr umhin, eine effektive PLM-Lösung einzusetzen.“


Sie gelten als einer der Väter von MaxxDB, einer beliebten ZV für SolidWorks. Welche Position wird die MaxxDB aus Ihrer Sicht zukünftig im Reigen der PDM und PLMLösungen von SolidWorks einnehmen?

„MaxxDB ist eine reine Datenbank für SolidWorks und ME10, die nach dem Konzept der einfachen Anwendung eine sehr hohe Akzeptanz gefunden hat. Schätzungsweise 80 % der SolidWorks-Käufer bei Solidpro entschieden sich damals für MaxxDB. Durch die fortschreitende Vermarktung von SolidWorks Enterprise PDM ab 2006/2007 ist sie mit dieser kollidiert. Langfristig wird es keinen Platz für beide Lösungen geben. Allerdings ist die Zufriedenheit der MaxxDB-Kunden aus meiner Sicht recht hoch, weshalb die bestehenden Kunden die Software möglichst lange einsetzen wollen. Ich schätze, dass von den ca. 4.500 verkauften Lizenzen nicht mehr als 100 bis 200 pro Jahr wegbrechen. Daraus lässt sich ungefähr ableiten, wie lange die MaxxDB noch in den Unternehmen verwendet wird. Was mit dem aktiven Verkauf und Support passiert, liegt in der Hand des Herstellers, also bei Bechtle / Solidpro.“


Seit August 2012 setzen Sie Ihre Karriere bei keytech fort. Was genau ist Ihre Aufgabe?

„Ich bin für das Projektmanagement zuständig, d. h. ich berate und betreue Kunden und Interessenten bei der PLM-Auswahl und Anwendung. Ziel ist die reibungslose Integration, insbesondere bei den Schnittstellen und Anpassungen, der Kopplung zum ERP und der Datenübernahme aus Altsystemen. Weiterhin werde ich das Wachstum von keytech im Süden unterstützen, indem ich den technischen Nachwuchs in Sachen PLM ausbilde und mein Wissen in die weitere Entwicklung von keytech/PLM einfließen lasse.“


Wie lange kennen Sie das Haus und das Produkt keytech schon und wie beurteilen Sie den aktuellen Entwicklungsstand?

„keytech hat seine PLM-Lösung einfach konsequent weiterentwickelt, um den Kunden stets aktuellste Technik zu bieten. Wir haben drei große Redesigns erlebt: Anfangs die Access-, dann die Visual-Basic- und heute die .NET-Version. .NET ist die führende Entwicklungsplattform von Microsoft, die auch entsprechend von Microsoft präferiert wird. D.h. für den Kunden, dass die Annehmlichkeiten, die die neuen Windows-Plattformen wie Windows 7/8 bieten, voll unterstützt werden. Durch die stetige Weiterentwicklung bietet keytech/PLM eine offene Plattform für die Zukunft, da der Anschluss an die technologische Entwicklung nicht verpasst wurde. keytech hat diesen Invest in die Zukunft nie gescheut, dadurch befinden wir uns heute auf einem sehr hohem Niveau.“


keytech/PLM ist eine der wenigen Softwareprodukte im Konstruktionsumfeld, das in Deutschland programmiert und entwickelt wird. Welche Bedeutung messen Sie dem bei?

„Speziell für den deutschen Markt ist es das „A und O“. Der deutsche Markt stellt an die Dokumentationsqualität von Produktbeschreibungen weltweit die höchsten Anforderungen. Es gibt keine Norm, die schärfer ist als die DIN und es gibt nur wenige Länder mit ähnlich hohen Ansprüchen an Haftung und Gewährleistung. Diese Anforderungen werden direkt durchgereicht an das PLM-System, welches seine Anwender so unterstützen muss, dass alle Normen eingehalten, eine lückenlose Dokumentation geführt und alle Haftungsansprüche Dritter abgewehrt werden können. Was hier tatsächlich gebraucht wird, kann deshalb am besten und am schnellsten ein Entwickler aus Deutschland nachvollziehen und umsetzen. Damit wären wir am zweiten wichtigen Punkt, der für einen deutschen Anbieter spricht: die schnelle Umsetzung. Ein PLM-System bildet das technische Rückgrat eines Unternehmens. Kommt es hier zum Stillstand, steht die Produktion in der gesamten Firma. Deshalb benötigt der Anwender im Supportfall kurze Wege. Niemand kann das so gut leisten wie ein PLM-Anbieter, der den Stammsitz in der gleichen Geografie hat wie seine Kunden.“


keytech ist unabhängig, auch was das zu verwaltende CAD-System anbelangt – für welche CAD-Systeme ist denn keytech/PLM am besten geeignet?

Hinter keytech steht kein Konzern, dadurch kann auf kurzen Wegen marktgerecht entschieden werden, wie sich das Produkt weiter entwickeln wird. Außerdem steht keytech auf einer soliden finanziellen Basis. Das bietet Kunden und Mitarbeitern ein hohes Maß an Stabilität und Kontinuität. Was die Unabhängigkeit vom CAD-System anbelangt, ist es heute so, dass wir uns in einer Phase der Konzentration befinden. Immer wieder werden Unternehmen aufgekauft oder verschmelzen global zu neuen Einheiten. Die Folge ist eine heterogene CAD-Landschaft, die das PLM sicher abdecken muss, damit ein zentraler Ort entsteht, an dem sich alle Daten finden. keytech verwaltet zuverlässig die Daten aller namhaften M-CADAnbieter und darüber hinaus, dem Lifecycle-Gedanken entsprechend, auch E-CAD-, CAM-, die dazugehörigen Dokumente bis hin zur Korrespondenz. Ein besonderes Plus bei keytech stellt aus meiner Sicht die Möglichkeit dar, über generische Schnittstellen sehr einfach weitere Datenquellen mit anzubinden.“


Neben PLM bietet keytech auch DMSLösungen. Wo sehen Sie hier den Zusammenhang und welche Vorteile können keytech Kunden daraus ziehen?

„Jedes PLM-System ist zunächst ein Dokumentenmanagementsystem,
welches sich auf Modell- und Konstruktionsdaten bezieht. Es liegt daher nahe, auch alle anderen Dokumente, die in der Praxis rund um das Thema Produkte und Konstruktion entstehen, hier ebenfalls mit einzubinden. keytech-Kunden müssen daher ihre gewohnte Systemumgebung nicht verlassen, nur weil sie den nötigen Schriftverkehr in Verbindung mit einem Teil suchen. Ende der 90iger Jahre ist mit der Verbreitung von 3DCAD die Anforderung nach PLM gestiegen. Heute steigt, aufgrund der gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich elektronischer Archivierung, die Nachfrage nach DMS. keytech orientiert sich also mit dem Angebot von PLM und DMS nur konsequent am Bedarf des Kunden.“


Auf der kaufmännischen Seite steht dem PLM- ein ERP-System gegenüber. Warum kann das ERP die Konstruktionsdaten nicht einfach gleich mitverwalten?

„ERP-Systeme sind stark tabellenorientiert, während CAD-Systeme vorwiegend Modelle und Dokumente erzeugen. Beides sind völlig unterschiedliche Grundvoraussetzungen für die Verwaltung. ERP-Hersteller, die versucht haben PLM abzudecken, sind in meinen Augen auf keine zufriedenstellende Lösung gekommen, da sie zumeist nicht in der Lage sind, die CAD Funktionalitäten, die der Konstrukteur benötigt, im PLM abzubilden. Es kommt darauf an, dass die Daten auf PLM-Seite ERP-gerecht erfasst werden und damit sind wir am entscheidenden Punkt für keytech: die Art und Weise, wie diese Artikelverwaltung hier vorgenommen wird, bildet die Königsklasse in der Branche, weil die Artikelverwaltung in keytech keine andere Erfassung erlaubt, als eine ERP-gerechte.“


keytech ist jüngst eine Partnerschaft mit CADENAS eingegangen und hat Funktionen wie „geometrische Suche“ integriert. Wie beurteilen Sie diese Entwicklung?

„Generell hilft beim Wiederfinden eine Sachmerkmalleiste. Dazu muss ich die Daten so beschreiben, dass ich später unter dem passendem Stichworten suchen kann. Das Finden ist also nur so gut möglich, wie die Pflege der Sachmerkmale durchgeführt wurde. Mit der geometrischen Suche bin ich einen deutlichen Schritt weiter, denn ich Suche nun anhand der Form unabhängig davon, ob ich vorher Sachmerkmale gepflegt habe oder nicht. D. h. es ist eine wesentlich bequemere und umfassendere Suche, mit der ich den ganzen Zeichnungsbestand durchforsten kann, um Wiederholteile zu vermeiden. Für den Konstrukteur entsteht keinerlei Verwaltungsund Pflegeaufwand im Vorfeld. Trotzdem hat er vollen Zugriff auf den Datenbestand. Diese Technologie der geometrischen Analyse ist derzeit fast ein Alleinstellungsmerkmal für keytech/PLM und bildet den Beginn einer weiteren Innovationswelle für die Verwendung von 3D-Daten, weit über den bisherigen Umfang hinaus. Ich denke hier z. B. an die automatische Erstellung von Arbeitsplänen und Kostenkalkulationen.“


Welche Punkte sind, über die reine Funktion hinaus, aus Ihrer Sicht maßgeblich für eine nachhaltige Investition in PLM?

„Nun ja, man sollte darauf achten, dass die Unternehmen zueinander passen. Mittelständler harmonieren hier mehr miteinander als Mittelstand und Großkonzern. Wenn mein Unternehmen in Deutschland ist, ist es sicher von Vorteil, wenn mein PLM-Anbieter ebenfalls aus Deutschland kommt, allein schon um der kurzen Wege willen und der klaren Verständigung. Dann sollte man darauf achten, dass mein Partner für das technische Rückgrat in der Konstruktion auf einer soliden finanziellen Basis steht, um eigenständig, flexibel und dauerhaft verlässlich agieren zu können.“


Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung und was halten Sie von Cloud-
Lösungen?

„Man sollte hier unterscheiden zwischen Konstruktionsdaten und produktbeschreibenden Daten. Es kann schon interessant sein, wenn ein Monteur, der sich in Taiwan auf Montage befindet, Zeichnungen und Modelle aufrufen kann. Der entscheidende Punkt für ein deutsches produzierendes Unternehmen an der Cloud ist aber, dass schon aus Produkthaftungsgesichtspunkten die Cloud ausscheidet, ebenso für ISO 9000. Der Unternehmer ist verpflichtet, eine lückenlose Dokumentation sicherzustellen, die dem Datenschutz und der Datensicherheit gerecht wird. Deshalb stellen „Public Clouds“ für den deutschen Mittelstand keine Alternative dar. Anders sieht es bei einer „Private Cloud“ aus. Hier kann intern für Sicherheit gesorgt werden. keytech bietet schon heute mit Webinterfaces die Möglichkeit, mit mobilen Geräten auf Daten zugreifen zu können. Meiner Ansicht nach nutzen wir derzeit nur einen Bruchteil der Chancen, die wir mit 3D-Daten haben. Wir stehen hier erst am Anfang einer großartigen Entwicklung und ich freue mich darauf, mit keytech einen Teil zu dieser Entwicklung beitragen zu können.“


Vielen Dank Jochen Renz für das interessante Gespräch!

Das Interview wurde geführt von Thomas Löffler, Mitglied im Deutschen Fachjournalisten Verband (DFJV).

Jochen Renz, Jahrgang 1965 ist ausgebildeter Informatiker und Wirtschaftsingenieur und war zunächst bei HP-CADE in Laichingen für die Entwicklung von Elektronik- und Elektrotechnik-CAD, später als Produkt-Marketing Ingenieur für ME10 bei HP MDD in Böblingen tätig. Von 1994 bis 1997 war der gebürtige Süddeutsche als Support-Ingenieur bei der Firma ASCAD GmbH Süd in Dornstadt für Schulung und Installation von ME10 auf UNIX zuständig. Herr Renz übernahm von 1998 bis 2012 als Entwicklungsleiter bei Solidpro GmbH in Langenau die Entwicklung von MaxxDB und zahlreichen ERP-Schnittstellen. Seit August 2012 ist er für die keytech Süd GmbH als Projektmanager tätig, wo er seine jahrelange Erfahrung für zahlreiche CAD- und ERP-Systeme mit in das PLM- und DMS-System einfließen lässt.

Kontakt
Ansprechpartner: Sabrina Schliwa (Marketing)
Anschrift: keytech Software GmbH
Suderwichstr. 68
45665 Recklinghausen
Telefon: 49-2361-985800
Fax: 49-2361-9858023
Internet: http://www.keytech.de
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