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31.07.2012 15:30 Uhr in Politik
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In einem Soloprotest in Kham zeigt ein Tibeter die tibetische Flagge

In einem Soloprotest in Kham zeigt ein Tibeter die tibetische Flagge Archivbild eines mit tibetischer Flagge demonstrierenden Tibeters

IGFM München

In der Region Gonjo in Kham protestierte Ngawang ganz alleine gegen einen zu Besuch weilenden hohen chinesischen Amtsträgers.

Die verbotene tibetische Nationalflagge schwenkend, rannte er auf die Hauptstraße von Gonjo und rief „Lange lebe der Dalai Lama“ und „Freiheit für Tibet“.

Einer Mitteilung des Tibetischen Exilparlaments zufolge protestierte Ngawang am 22. Juli, dem Tag, an dem ein hochgestellter chinesischer Funktionär aus dem nahegelegenen Chamdo zu einem Inspektionsbesuch eintraf.

„Ngawang rannte auf die Mitte der Hauptstraße von Gonjo, schwenkte die tibetische Nationalflagge und warf Windpferde (lungta, Gebetszettelchen) in die Luft“, heißt es in der Erklärung. „Er rief Slogans, die den Wunsch nach einem langen Leben des Dalai Lama und dem Ende der chinesischen Brutalität in Tibet ausdrückten“.

Ngawang rief den Tibetern zu, sie möchten doch ihre kommunalen Streitereien um Weideland aufgeben, und fügte hinzu: „Wenn ihr so keck seid, dann kommt her und protestiert mit mir“.

Ngawang konnte nur zweimal die Straße auf und ab laufen, bis die in der Kreisstadt Gonjo stationierte Polizei herbeieilte und ihn festnahm. Am folgenden Tag brachten sie ihn in die Präfekturhauptstadt Chamdo, doch sein Verbleib ist unbekannt.

Seit dem pantibetischen Aufstand von 2008 hat die gesamte Region immer wieder Proteste gegen die chinesische Regierung erlebt. Die friedlichen Demonstrationen zu Anfang dieses Jahres führten zu Tod, Verletzung und der Festnahme von Hunderten von Tibetern.

Bei der gegenwärtigen Selbstverbrennungswelle haben sich schon 45 Tibeter in Brand gesetzt, um Freiheit in Tibet und die Rückkehr des Dalai Lama aus dem Exil zu fordern.

Lobsang Sangay, der tibetische Premierminister im Exil, nannte die Selbstverbrennungen eine „politische Aktion“ und bezeichnete die verfehlte Politik der chinesischen Regierung in Tibet - eine Politik, die von Unterdrückung, sozialer Ausgrenzung, kultureller Assimilierung und Umweltzerstörung gekennzeichnet ist - als die Hauptursache für diese feurigen Demonstrationen.

„Um diese Handlungen zu verstehen, sollte man wissen, daß es in China keinen Raum für Redefreiheit und konventionelle Protestformen gibt. Schon ein Teilnehmer an einer einfachen Demonstration riskiert Festnahme, Folter und sogar den Tod“, schrieb Dr. Sangay diesen Monat für die Washington Post.

Quelle: Phayul, in neuem Fenster öffnenwww.phayul.com


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