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Neue Analyse zum homegrown terrorism erschienen
Urbaner Jihadist und Europa Afghanen neue GefährderkategorieDeutschland wird von einer dritten und indigenen jihadistischen Generation von Mudschaheddin bedroht, die sich nicht mehr nur in Trainingslagern im Ausland ausbildet, sondern vielmehr durch eine salafitische Cyber Umma mittels einem die Psyche brutalisierenden MTV Islam in Deutschland indoktriniert wird.Dr. Thomas Tartsch hat als Sozialwissenschaftler eine Analyse verfasst, die sich mit dem Gefährdungspotential der dritten Jihadistengeneration beschäftigt, die seit den Bombenanschlägen im Juli 2005 in London als „homegrown terrorism“ Eingang in die sicherheitspolitische Diskussion gefunden hat.
Im Vergleich zum asymmetrischen Kämpfertypus des tellurischen Partisanen zwischenstaatlicher Kriege zeigt die Analyse die heute bestehende Dichotomisierung des Jihadismus auf, der neben dem Typus des tellurischen Jihadisten den global agierenden, urbanen Jihadisten herausgebildet hat, der eine von ihm als feindlich klassifizierte Gesellschaft infiltriert, um deren Infrastruktur als Waffe im urbanen Bereich zu nutzen.
Der homegrown terrorism hat sich damit historisch, nach der hierarchischen Militärorganisation al Qaida bis Ende 2001 und dem hybriden transnationalen Networkterrorism, in Form einer, als Umbrellaorganization zu charakterisierenden, zweiten Jihadistengeneration entwickelt und bedroht die innere Sicherheit westlicher Staaten.
Junge Muslime der dritten Generation sowie Konvertiten, als funktionelle Basis des homegrown terrorism, spiegeln vor dem Hintergrund nationaler und internationaler Entwicklungen eine Klammerfunktion wider, da die bewusst forcierte transnationale kollektivistische Identität „Muslim sein“ aufmerksam jede Entwicklung in der islamischen und nicht-islamischen Welt verfolgt, um gezielt Anschläge ausführen zu können, wobei elementare Unterschiede zum klassischen Partisanenkrieg existieren.
Dabei finden vermehrt Jihadisierungsprozesse innerhalb einer spezifischen salafitischen Cyber-Umma statt, welche eine steigende Bedeutung, neben den klassischen Ausbildungslagern im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet, erhält.
Nichtsdestotrotz werden die, aus Afghanistan heimkehrenden, „Europa Afghanen“ und die, sich hier jihadisierenden, urbanen Jihadisten in Zukunft eine neue Gefährderkategorie bilden, dessen Gefährdungspotential sich mit dem der „Araber Afghanen“ und „Irakrückkehrern“ der letzten Jahre vergleichen lässt.
Klassische militärische Bekämpfungsstrategien lassen sich im urbanen Raum dagegen nicht anwenden, womit die Sicherheitsbehörden mit einer neuen Gefährdungslage konfrontiert werden.
Der Autor: Dr. rer soc. Thomas Tartsch
Freiberuflicher Publizist und Verleger; Diplom (sehr gut) - Promotion (magna cum laude) an der Fakultät für Sozialwissenschaft der Ruhr-Universität Bochum.
Arbeitsschwerpunkt: „Islamischer Fundamentalismus und Jihadismus – Bedrohung der inneren Sicherheit?“, mit dem Blickpunkt auf einer, verschiedene Fachdisziplinen betreffenden, zusammenführenden Perspektive.
Letzte Veröffentlichungen:
„Islamismus, Dialog und Euro Islam – Das Ende der Illusionen in der Postdemokratie“, 2008, Datteln
„Da’wa und Jihad. Islamischer Fundamentalismus und Jihadismus – Bedrohung der inneren Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland? Eine vertiefende Analyse unter Einbeziehung aktueller und empirischer Daten“, 2008, Bochum
Kontakt: www.thomastartsch.org
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