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08.01.2012 15:05 Uhr in Gesundheit und Medizin
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Neues in der Veterinärmedizin

Neues in der Veterinärmedizin © manu

Innovative Bio-Membrane beschleunigt Heilungsprozess bei Knochenbrüchen bis um das 10-fache

Am 5. Januar 2012 wurde in unserem Institut der Spinalkatheter No. 3000 bei einem gelähmten Hund in den Periduralraum gelegt. Heute am 7.1.2011 kann er wieder stehen.

Die „Wahnsinnsmethode“, die dahinter steckt, ist die konsequente und intensive Spülung des Periduralraumes mit Salzlösungen, die bei Bandscheibenvorfällen die Mikrozirkulation ankurbelt und die Nerven mittels Zufuhr von Natrium-Ionen wieder funktionieren lässt. Gleichzeitig reduzieren sich die Bandscheiben durch den Osmose-Effekt.

Die Idee dafür stammt von dem Orthopäden Dr. Volker Desnizza, der schon in den 80er Jahren feststellte, dass 80 % aller Bandscheiben-Operationen an der Wirbelsäule unnötig seien: durch die „Desnizza-Methode“ werden riskante Operationen bei Bandscheibenvorfällen vermieden.

Wir danken dem inzwischen verstorbenen Dr. Desnizza für seinen Mut, diese Methode in die Medizin eingeführt zu haben, denn die Anfeindungen seiner Kollegenschaft waren nicht „von Pappe“.

Ähnliches haben wir nun zu berichten: Auch gelähmte Hunde, die nur noch den „Tiefenreflex“ aufweisen, können durch die Methode Desnizza ohne Operation wieder ein normales Leben führen. Und die Anfeindungen aus der Kollegenschaft sind nicht „von Pappe“…

Zum gleichen Zeitpunkt wurde ein Vertragswerk unterzeichnet: Die israelische Firma Regenecure, ansässig in Jerusalem, hat unserem Institut den Auftrag erteilt, ihr in der Humanmedizin bereits validiertes Produkt zur > super schnellen Knochenheilung bei Frakturen bzw. Knochengewebsverlusten in die Veterinärmedizin einzuführen.

Es handelt sich um eine Membrane, die kontrolliert und bio-kompatibel den Knochen veranlasst, Gewebsverluste sehr schnell durch neues Knochengewebe auszugleichen. Das Prinzip dabei ist, dass die Bio-Membrane als Stamm-Zell-Spender dem Knochenheilungsprozess einen Turbo-Effekt ermöglicht: Die Stammzellen verwandeln sich im Kontakt mit dem geschädigten Knochen in Knochenzellen, in Osteoblasten, die sich unglaublich schnell vermehren und den Heilungsprozess bis um das 10-fache verkürzen.

Besonders geeignet ist die Membrane als Implantat auch bei Osteosarkomen, die nun großzügig entfernt werden können, wobei die entstandene Lücke innerhalb weniger Wochen vollständig geschlossen wird. Große Knochengewebsverluste im Oberkiefer in Folge von Entzündungen der Zahnfächer werden problemlos geschlossen. „Unheilbare“ Trümmerfrakturen im Skelett werden heilbar.

Die Ergebnisse der Anwendung dieser Membrane im Hadassah-Hospital in Jerusalem veranlassen uns zuversichtlich zu sein, was die Anwendung in der Veterinärmedizin in Zukunft anbelangt.

Patienten mit komplizierten Frakturen und/oder Osteosarkomen helfen wir gerne und können sich jederzeit bei uns melden.

Dirk Schrader, ist leitender Tierarzt des Tierärztlichen Instituts für angewandte Kleintiermedizin in Hamburg–Rahlstedt und Inhaber der Website Kritische-Tiermedizin.

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