Polizeiüberfall auf das Kloster Tsondun: Willkürliche Festnahme fünf junger Mönche
IGFM München
Fünf junge Mönche wurden bei einem nächtlichen Überfall auf das Kloster Gyalrong Tsodun im Bezirk Barkham (chin. Ma’erkang), TAP Ngaba, Provinz Sichuan, festgenommen.
Das Sicherheitspersonal nahm am 12. August Lobsang Sangay, 19, Yarphel und Namsay, beide 18, in ihren Zellen im Kloster Gyalrong Tsodun fest. Über ihren gegenwärtigen Zustand und ihren Verbleib ist nichts bekannt.Zwei weitere Mönche desselben Klosters, Thupwang Tenzin, um die 20, und Asong, 22, wurden am 16. August ebenfalls aus ihren Klosterzellen heraus festgenommen. Über ihren Verbleib ist ebenfalls nichts bekannt.
Der Grund für die Festnahmen ist den Quellen zufolge der Verdacht, daß sie mit den jüngsten Selbstverbrennungsprotesten im Kloster Tsondun im März und Juli d.J. etwas zu tun haben könnten. Wie die Anschuldigungen gegen sie lauten, ist jedoch unbekannt, ebensowenig, wo sie festgehalten werden.
Lobsang Sangay kommt aus dem Dorf Tatag in der Gemeinde Tsodun im Bezirk Barkham, während Namsay, ein Klassenkamerad von Yarphel im Kloster Tsodun, im Dorf Kargu geboren wurde. Yarphel stammt aus dem Dorf Tsegtse in der Gemeinde Tsodun, Thupwang Tenzin aus der Gemeinde Tsanlha in der Präfektur Ngaba und Asong stammt aus dem Dorf Tatag in der Gemeinde Tsodun.
Die Präsenz der Sicherheitsorgane und die Überwachung in Barkham ist seit dem 17. Juli, als sich der Mönch Lobsang Lozin, 18, aus dem Kloster Tsodun selbst angezündete, erheblich aufgestockt worden. Spezialeinheiten der PAP sind im Kloster und um es herum stationiert worden, so daß die Mönche in ihrer Bewebungsfreiheit erheblich eingeschränkt sind. Sie werden häufig und wahllos Verhören unterzogen. Eine Quelle beschrieb dem TCHRD die Lage als „gespannt und sehr ernst“.
„Bewaffnetes chinesisches Sicherheitspersonal kommt jede Nacht zu Razzien in die Wohnbereiche der Mönche in dem Kloster“, heißt es in einer Mitteilung des Exilklosters Kirti in Dharamsala vom 17. August.
Chime Palden, 21, und Tenpa Dhargyal, 22, beides Mönche aus dem Kloster Tsodun, setzten sich am 30. März aus Protest gegen die die chinesische Regierung in Brand (1), während Lobsang Lozin sich am 17. Juli verbrannte und sofort starb (2). Chime Palden war noch am Tag seines feurigen Protestes tot, während Tenpa Dhargyal eine Woche später verschied.
Das Kloster Tsodun Kirti, das sich etwa 82 km von der Bezirksstadt Barkham entfernt befindet, beherbergt etwa 300 Mönche.
(1) 2. April 2012, „Mit dem Tod von Chimey Palden ist die Zahl der Todesopfer durch Selbstverbrennung auf 24 gestiegen“,
http://www.igfm-muenchen.de/tibet/diir/2012/TenpaDhargeyChimePaldentot_31.1.html(2) 17. Juli 2012, „Ein Teenager-Mönch und vorbildlicher Schüler verbrennt sich in Ngaba zu Tode“,
http://www.igfm-muenchen.de/tibet/RFA/2012/LobsangLozinBarkham_17.7.htmlQuelle: Tibetan Centre for Human Rights and Democracy,
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Tibet, China, Kloster Gyalrong Tsondun, Barkham, Ngaba, Sichuan, Selbstverbrennungen, Bewegungsfreiheit, Überwachung, Kloster Kirti, Festnahmen
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