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Pressemeldung / Pressemitteilung für newsmax Journal markieren 18.02.2010 11:48 Uhr Wohnen, Bauen, Garten | Informationen

Tickende Zeitbomben im Untergrund: Bis zu 400 Tonnen Kampfmittel werden pro Jahr in Berlin und Brandenburg geborgen

Güteschutzgemeinschaft Kampfmittelräumung fordert bundesweit einheitliches Regelwerk / Presse- und Fototermin am 18.02.2010

Berlin, 17.02.2010. Bomben und weitere Kampfmittel im Untergrund von Berlin und Brandenburg gefährden immer wieder Menschen und sorgen regelmäßig für schwere Unfälle. Mehr als 300 Tonnen an Bomben und Munition wurden allein im Jahr 2009 in der Region geborgen. Ein Großteil der Kampfmittel wird immer noch im Berliner und Brandenburger Untergrund vermutet.

Um Unfälle bei der Bergung des Materials künftig zu vermeiden, setzt sich die Güteschutzgemeinschaft Kampfmittelräumung Deutschland e.V. (GKD) für ein bundesweit einheitliches Regelwerk ein: „Wir brauchen Regeln, die insbesondere
das Verfahren zur Sicherung von Baustellen vor Kampfmitteln und den Umgang mit den Kriegshinterlassenschaften definieren“, erklärt dazu der GKD-Vorsitzende Jürgen Plum. „Vor Bodeneingriffen muss vom Auftraggeber sichergestellt sein, dass alle Informationen über Leitungsführungen im Untergrund vorhanden sind.“ Die GKD fordert vergleichbare Angaben und hat entsprechende Vorgaben für die Ausschreibung erarbeitet, die derzeit im Deutschen Vergabe- und Vertragsausschuss für Bauleistungen beraten werden. Das Regelwerk, die DIN ATV 18323, soll im März 2010 fertig beraten sein.

Experten beziffern die Anzahl der Bomben im Berliner Untergrund auf mehr als 2.000. Insbesondere Blindgänger mit Zeitzündern aus dem zweiten Weltkrieg sind tickende Zeitbomben. Plum: „Diese Zeitzünder werden durch die Witterung immer instabiler, sodass sie irgendwann dann auch ohne äußeren Anlass detonieren können.“ Die größte Menge an Kampfmitteln machen jedoch nicht Bomben, sondern Infanterie-Fundstücke wie Granaten und Munition aus den Endkämpfen um die Hauptstadt 1945 aus. „Allerdings ist auch hier zur Bergung und Entschärfung Fachkenntnis unbedingt erforderlich, um größere Unfälle zu vermeiden“, so Plum weiter. „Daher fordern wir seit Jahren, den Bereich Kampfmittelsondierung und –bergung als gesonderten Teil bei Bauarbeiten auszuschreiben und bei der Bergung die Qualitätsanforderungen der GKD zu berücksichtigen.“

Auf dem Messestand der Fachgemeinschaft Bau hat die GKD eine Ausstellung an Fundstücken zusammengestellt. In einer Informationsveranstaltung am Donnerstag, 18.02., ab 14.30 Uhr in Halle 22, gibt die GKD Auskunft zu
ihrer Arbeit und der aktuellen Situation der Kampfmittelräumung in Berlin und Brandenburg und steht danach für Interviews zur Verfügung. Die Fundstücke können fotografiert werden. Bildmaterial zu Messestand und einzelnen Kampfmitteln sowie weitere Informationen können per Mail unter witek@fg-bau.de abgefordert werden.

Die Güteschutzgemeinschaft Kampfmittelräumung Deutschland e.V. (GKD) widmet sich seit ihrer Gründung im Jahr 1997 der Gefahrreduzierung durch Kampfmittel im Untergrund. Sie hat sich Qualitätskriterien für ihre Mitgliedsunternehmen gegeben, die durch Eigen- und Fremdüberwachung ständig überprüft werden. Zentrale Forderung der GKD ist die gesonderte Ausschreibung von Kampfmittelsondierung und –bergung bei Bauarbeiten sowie die bundesweite Übernahme der Qualitätsanforderungen der GKD als Vertragsgrundlage bei Aufträgen. Weitere Informationen unter www.gkd-kampfmitelraeumung.de.

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